Sonderausschuss zur Sportstättenentwicklung voller Erfolg

Beteiligung der Gemeindevertreter führt zu fröhlichen Gesichtern bei den Fußballern

Nach den kontroversen Diskussionen in der Gemeindevertretung Anfang Dezember, als die ursprüngliche Verwaltungsvorlage zum Jahnsportplatz aufgrund erheblicher Fragen und unzureichender Beteiligung zurück in die Ausschüsse verwiesen werden musste, hat die heutige Sonderausschusssitzung einen bemerkenswerten Verlauf genommen und wieder einmal die Sinnhaftigkeit der Gremienbeteiligung belegt.

Trotz erheblicher Kritik im Dezember änderte die Verwaltung am eigenen Antrag zunächst nichts. Auch die bereits kurz nach der Dezembersitzung erfragten Varianten wurden nicht zur Verfügung gestellt, was einen sehr unbefriedigenden Ausschussverlauf versprach.

Die Zeit drängte, denn die Frist zur Interessenbekundung läuft am 15. Januar 2026 ab. Um hier zumindest teilweise entsprechende Infos zu bekommen, suchten einige Gemeindevertreter selbst den Kontakt zum Verein und sprachen hier über Nöte und Sorgen. Dabei erhielten sie im Sportbeirat die nicht überraschende Info, dass der Rasenplatz, der bisher nicht von der Beschlusslage umfasst war, durchaus ein großes Problem sei und einer Sanierung bedarf.

Herr Kirst als Vertreter der Verwaltung erklärte dabei, Weihnachten sei vorbei und man könne sich vieles wünschen, darauf entgegnete der anwesende Gemeindevertreter Rico Obenauf (FREIE MITTE), dass es mit ihm „28 Weihnachtsmänner“ gebe, die durchaus Wünsche erfüllen könnten, wenn es sinnvoll erscheint. Daher möge man doch frei sprechen und seine Nöte präsentieren.

„28 Weihnachtsmänner“ erfüllen den Wunsch des FC Neuenhagen

Mit der dann formulierten Beschlussfassung des Sportbeirats ging es sodann in den anschließenden Sonderausschuss von Bau-, Finanz- und Kulturausschuss.

Trotz vieler konstruktiver Hinweise aus den Fraktionen SPD, Die Linke, CDU, Grüne, Freie Mitte und auch der AfD – also nicht aus der Bürgermeisterfraktion – versuchte der Bürgermeister Scharnke zunächst zu bremsen, das Geld „wachse nicht auf Bäumen“ und man würde hier nur Geld nehmen, was noch nicht verbraucht sei, gerade so, als sei die schlechte oder fehlende Beleuchtung der Plätze und die fehlende Bespielbarkeit des Rasens für über die Hälfte des Jahres kein Grund zum Handeln.

Auch inhaltlich gab es wichtige Hinweise, so erklärte Clemens Purmann (CDU) unter dem zustimmenden Nicken der Vereinsvertreter, dass 6 Masten bei einem Sportplatz wohl sinnvoller sein, als 4 Masten. Darius Görß (FREIE MITTE) forderte eine genaue Prüfung, ob und wie eine Belegung des alten Vereinsgebäudes mit Photovoltaik mit Blick auf das Alter des Gebäude möglich und sinnvoll ist, auch wenn die Nutzung solcher Flächen durchaus zu begrüßen ist. Gabi Zink-Ehlert und Anton Wulke (beide B90/Die Grünen) wiesen auf die Wichtigkeit einer ansprechenden und aussagekräftigen Bewerbung hin und forderten Nachbesserungen bei der Beschreibung der Maßnahmen. Thilo Albert (AfD) mahnte, dass die Vereine dringend gefragt und dann auch gehört werden müssten. Und auch der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Frank Richter, gab wichtige Hinweise für eine inklusionsstärkende Begründung.

Auf die konkrete Frage an die Kämmerin Frau Weidling, ob man nicht die einmalige Chance, Fördermittel für eine komplette Sanierung der Anlagen zu bekommen nutzen könne, und anderweitig Gelder freizubekommen, erklärte diese, dass man die Maßnahmen durchaus auch strecken könne und in den Folgejahren entsprechende Mittel einplanen kann. Dann ist niemand darauf angewiesen, dass Gelder nicht verbraucht werden.

Kämmerin baut goldene Brücke

Diese goldene Brücke vor Augen und die Drohung eines Änderungsantrags hatte dann auch der Bürgermeister ein Einsehen und nahm den Rasenplatz in die Beschlussvorlage auf.

Die von den Ausschüssen erarbeitete Beschlussempfehlung sieht nunmehr vor, den Bürgermeister im Falle einer Bewilligung von Fördermitteln nunmehr die kompletten Sportanlagen zu sanieren und die Maßnahmen entsprechend den geltenden Fördermittelrichtlinien umzusetzen.

Die heute gefundene Lösung zeigt einmal mehr, dass die kommunalverfassungsrechtlichen Wege – wenn richtig angewandt – durchaus funktionieren und die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Gemeindevertretung fruchtbar ist. Niemand weiß alles und es ist keine Schande, sich Rat zu holen und eigene Ideen durch die Vorschläge anderer verbessern zu lassen. Ähnliches war bereits bei der Gestaltung des Platzes vor der Sporthalle Bollensdorf zu bemerken. Während der der Bürgermeister mehrfach sein Bedauern ausdrückte, dass er es gern auf dem kleinen Dienstweg gemacht hätte, wurde im Rahmen einer Anwohnerbeteiligung und im Übrigen unter Führung des Fachbereichsleiters ein hervorragendes Konzept erarbeitet, mit welchem alle zufrieden sind.

Darüber hinaus haben die Ausschussmitglieder heute Abend auch sehr wertvolle Hinweise für eine gute Begründung geliefert, denn das Förderprogramm verfolgt das Ziel, inklusive Begegnungsräume zu schaffen und Nachhaltigkeit zu fördern.

Zufriedene Gesichter am Ende der Sitzung

Am Ende der Veranstaltung sind alle Beteiligten mit der Gewissheit aus der Sitzung gegangen, dass die Sache jetzt Hand und Fuß hat.

Nach der bevorstehenden Übergabe des neuen Vereinsheims am kommenden Freitag an den FC Neuenhagen 1913 erhält der Verein mit 35 Teams demnächst auch moderne Sportstätten auf höchstem Niveau. Denn auch wenn die Förderung nicht kommt, wird der Handlungsbedarf durch die Gemeindevertreter ganz sicher nicht ignoriert.

Der FC darf also gern ein zweites Mal Weihnachten feiern.