Warum die neue Oberschule in Neuenhagen nicht nur ein Grund zur Freude ist…
Am Ende ging es ganz schnell, die Gemeinde Neuenhagen hat ihren eigenen Schulentwicklungsplan um die Oberschule ergänzt und das Ministerium hat die gewünschte Oberschule in Rekordzeit genehmigt. Wer unsere Verwaltung kennt, weiß, dass jetzt auch der Schulbau schnell vonstattengehen wird.
Trotzdem haben viele Gemeindevertreter und auch Kreistagabgeordnete Bauchschmerzen mit dem Projekt.
Nicht, weil Schulplätze unerwünscht wären, sondern, weil die eigentlich sinnvolle Schulform der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe – kurz GOST – dadurch wohl eher nicht ins Mittelzentrum kommen wird.
Während vor den Toren Neuenhagens und eigentlich auch vor den Toren der Stadt Altlandsberg eine solche Schule entstanden ist, werden die übrigen Standorte in Fredersdorf-Vogelsdorf, Hoppegarten und Neuenhagen auf absehbare Zeit nicht dahin entwickelt werden. Das ist bedauerlich, denn diese besondere Schulform hält auch Kindern mit später aufkommenden Potential alle Bildungswege offen.
Die Anwahlzahlen zeigen deutlich, dass sowohl Kinder als auch deren Eltern in der Masse diese Schulen bevorzugen. Während die GOST in Altlandsberg mit einer doppelt so hohen Nachfrage kämpft, musste man für die Lenné Oberschule in Hoppegarten im Angebotsverfahren Schüler dazu überreden, auf diese Schule zu gehen, damit diese voll wird.

Auch eine Kooperation zwischen den Schulen für eine gemeinsame gymnasiale Oberstufe ist alles andere als wahrscheinlich. Jede Schule hat einen anderen Träger und die Not hierfür ein Pilotprojekt zu starten, wird sich anders als beim standardisierten Übergangsverfahren in die siebte Klasse kaum belegen lassen. Denn eine Statistik, wer nach dem Abschluss der mittleren Reife noch Abitur hätte machen wollen, wird nicht geführt.
Das Ergebnis ist eine sehr teure Schullandschaft in einer Region, wo es nicht nötig ist.
Bis zu einer gewissen Grenze sind größere Schulen günstiger. Sei es als zentrale Anlaufpunkte für den Schulbusverkehr oder die Nutzungsquote von Fachräumen und Sporthallen. Schulgrößen die die Schulverwaltung im Oderbruch nur wegen eines Moratoriums trotz ihrer geringen Größe nicht schließt, werden im Speckgürtel paradoxerweise neu errichtet.
Schuld ist ein anhaltender Streit zwischen der Gemeinde Hoppegarten und dem Kreis, der hier zum Schluss trotz klarer Beschlusslage alles darangesetzt hat, den Neubau einer GOST auf dem KWO-Gelände zu verhindern. Und das, obwohl die Gemeinde Hoppegarten zum Ende hin endlich die Voraussetzungen geschaffen hatte. Seitens des Kreises gab man am Ende sogar offen zu, sich eine solche Schule nicht leisten zu können.
Aber das ist die berühmte Milchmädchenrechnung. Hoppegarten wird den dringend notwendigen Ersatzschulbau jetzt allein in die Hand nehmen. Die Landesgesetze sehen aber vor, dass der Kreis die Kosten tragen muss, egal wer der Träger ist – lediglich über einen anderen Zeitraum.
Und auch Neuenhagen wird die Übernahme der Investitionskosten von 25 bis 30 Millionen EUR spüren. Selbst wenn es über die Zeit erstattet wird, die liquiden Mittel im Haushalt werden an anderer Stelle fehlen. Das ist mittlerweile auch Ansgar Scharnke aufgefallen. Fragt er doch im letzten Neuenhagener Echo nach Ideen, wie man das bezahlen könne.
Die letzte Hoffnung: Hoppegarten baut die Schule sehr schnell und groß genug, sodass die Oberschule in Neuenhagen überflüssig wird und gar nicht erst gebaut werden muss. Ansonsten gibt es nur wenige Gewinner, nämlich die Schülerinnen und Schüler, die aus Neuenhagener Grundschulen zielgerichtet an eine Oberschule ohne Möglichkeit des Abiturs gehen wollen.
Das waren in diesem Jahr genau 22. v
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